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Integration

EU-Projekt MICADO: Interdisziplinäre Forschung im Dienste der Integration

BEITRAG VON Eva Garcia-Moran, Andreas Lagemann, André Wolf

Zusammen mit 14 Partnern aus fünf Ländern hat das HWWI zum Jahresbeginn die Arbeit an MICADO (Migrant Integration Cockpits and Dashboards) aufgenommen. Das im Rahmen des Horizon 2020-Programms von der Europäischen Union geförderte Forschungsprojekt verfolgt das Ziel, durch Aufbau neuer Kommunikationsplattformen die gesellschaftliche Integration von Migranten voranzubringen.

Zu diesem Zweck werden innerhalb der Projektlaufzeit von dreieinhalb Jahren maßgeschneiderte IT-Lösungen in Form von interaktiven Tools entwickelt und in den vier Pilotstädten Antwerpen, Bologna, Hamburg und Madrid getestet. Die Tools sollen helfen, den wechselseitigen Informationsaustausch zwischen Migranten, öffentlichen Stellen und der Zivilgesellschaft zu verbessern. Als Themengebiete sollen die Bereiche Arbeitsmarkt, Bildung, Gesundheit und Wohnen im Fokus stehen.

Das Design wird mit der Zielsetzung aufgebaut, allen potenziellen Nutzergruppen einen Mehrwert zu verschaffen. Neuankommende Migranten erhalten leichteren Zugang zu Informationen über wesentliche öffentliche Dienstleistungen und diesbezügliche Ansprechpartner. Arbeitssuchende Migranten können sich mit lokalen Unternehmen vernetzen. Öffentliche Stellen können sich (im Rahmen der Datenschutzbestimmungen) ein besseres Bild über die Eigenschaften und Bedürfnisse der lokalen Migrantenbevölkerung machen und ihre Dienstleistungen entsprechend anpassen. Private Initiativen und Organisationen mit Migrationsbezug erhalten ebenfalls Zugang zu relevanten Informationen und können mithilfe der Plattform ihre Aktivitäten stärker koordinieren. Nicht zuletzt könnte MICADO über einen kontinuierlichen Informationsaustausch auch das gegenseitige Vertrauen der beteiligten Akteure stärken und zu einer weniger emotionsgetriebenen und stärker faktenorientierten Sichtweise auf Integrationsprozesse beitragen.

Forscherinnen und Forscher des HWWI leisten innerhalb des interdisziplinären Konsortiums mit ihrer ökonomischen Expertise in mehreren Arbeitspaketen Beiträge zum Projekterfolg. Einleitend schärfen sie in einer komparativen Datenanalyse den Blick für bestehende Unterschiede in der Zusammensetzung der Migrantenbevölkerung in Europa, und zwar sowohl auf nationaler als auch auf regionaler Ebene. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit, Integrationsmaßnahmen an die spezifischen Bedarfslagen anzupassen. In Kooperation mit Projektpartnern aus den anderen drei Pilotstädten werden zudem Politikmaßnahmen auf nationaler und lokaler Ebene im Hinblick auf ihren Migrationsbezug durchleuchtet und die Ergebnisse in einer Policy Map überblicksartig dargestellt. Zusätzlich ist das HWWI-Team in die inhaltliche Vorbereitung von co-creation sessions involviert. In diesen Workshops werden Vertreter lokaler Interessengruppen zusammenkommen, um Anforderungen an die MICADO-Tools zu identifizieren und über die Ausgestaltung der Benutzeroberflächen zu diskutieren. Für die co-creation sessions in Hamburg wird das HWWI als Diskussionsgrundlage Informationen über Charakteristika der lokalen Migrantenbevölkerung in Form einer Sammlung aussagekräftiger Indikatoren vorbereiten. Diese werden als Vorlage den Projektpartnern in den Partnerstädten zur Verfügung gestellt. Neben einer universellen Lösung werden gegen Ende des Projekts auch spezifische lokale Varianten des MICADO-Tools für die einzelnen Pilotstädte entwickelt und getestet. Die kontinuierliche Einbindung von Nutzergruppen auch über das Projektende hinaus soll sicherstellen, dass MICADO einen nachhaltigen Beitrag zu Integration und sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft leisten wird.

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Autoren

Dr. Eva Garcia-Moran
Andreas Lagemann
Dr. André Wolf

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