Rohstoffe

OPEC verschiebt Entscheidung über Produktionsmengen

BEITRAG VON Katrin Knauf

Die Organisation erdölfördernder Länder (OPEC) verschob ihr außerordentlich geplantes Treffen im April dieses Jahres auf Juni 2019. Zuletzt hatte sich die OPEC im Dezember des letzten Jahres auf Produktionskürzungen von 1,2 Millionen Barrel pro Tag verständigt, um den seit Anfang Oktober 2018 anhaltenden sinkende Preistrend von Rohöl zu stoppen.

Seit Januar 2019 sind steigende Rohölpreise auf den Weltmärkten zu beobachten. Eine Entscheidung über die zukünftigen Produktionsmengen der OPEC-Mitglieder und der verbündeten Staaten, unter anderem Russland, sei im April zu schwierig, da eine Prognose über das globale Angebot und die globale Nachfrage gegenwärtig aufgrund der geopolitischen Lage mit zu großen Unsicherheiten verbunden ist.

Die Vereinigten Staaten von Amerika erhöhten in den letzten Monaten ihre eigenen Ölexporte weiter und verhängten weitere Sanktionen gegen die OPEC-Mitglieder Venezuela und Iran, um die Exportlieferungen dieser beiden Länder an die Weltmärkte weiter zu reduzieren. Der militärische Konflikt in Libyen verschärfte sich im April dieses Jahres nochmals und führte zu begründeten Befürchtungen, die instabile politische Lage werde die Rohölexporte des Landes auch zukünftig nachhaltig beinträchtigen. Darüber hinaus belastet der seit Beginn des Jahres 2018 ausgebrochene Handelskonflikt zwischen den USA und China die Weltwirtschaft und damit die Nachfrage nach dem weltweit wichtigsten Rohstoff Rohöl. Ob die zuletzt erzielten Vereinbarungen zur Deeskalation und damit zu erhöhter Planungssicherheit der Nachfrage an den Weltmärkten beitragen, ist ungewiss. Im April 2019 notierte der Rohölpreis über 75 US-Dollar, nachdem er im Dezember 2018 unter 55 US-Dollar gefallen war. Das nächste reguläre Treffen der OPEC findet am 25. und 26. Juni 2019 in Wien statt. Auf diesem Treffen wollen sich die Mitglieder der OPEC und ihre assoziierten Staaten über die zukünftigen Fördermengen erneut verständigen.

Im HWWI-Rohstoffpreisindex sind die Preise der drei wichtigsten Referenzsorten für Rohöl enthalten: der für den europäischen Markt relevante Preis der Rohölsorte Brent, der Preis für Rohöl aus dem Nahen Osten "Dubai" und der Preis für die US-amerikanische Sorte "West Texas Intermediate" (WTI). Das HWWI berichtet monatlich über die wesentlichsten Preisentwicklungen an den internationalen Rohstoffmärkten in einer Pressemitteilung.  Im März notierte der HWWI-Rohstoffpreisindex in US-Dollar gemessen auf einem Stand von 119 Punkten.

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Autorin

Katrin Knauf

HWWI-Rohstoffpreisindex

Quelle: HWWI

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Aktuelle Meldungen zu den Preisentwicklungen an den Rohstoffmärkten finden Sie auf der Website des HWWI-Rohstoffpreisindexes.
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