© Mimi Potter / Fotolia.com

Unternehmertum

Schumpeter 4.0. – Unternehmungsgeist und wirtschaftlicher Fortschritt im digitalen Zeitalter

BEITRAG VON Sünje Lorenzen und Henning Vöpel

Der Ökonom Joseph A. Schumpeter hat mit der „schöpferischen Zerstörung“ beschrieben, wie dynamisches Unternehmertum wirtschaftliche Entwicklung vorantreibt. Es ist geradezu eine Methode, neue Ideen in Fortschritt und Wachstum zu übersetzen.

Schumpeter betont dabei die Rolle des Unternehmers, Neues „gegen den Widerstand des Umfelds“ durchzusetzen. So entstehen in Schumpeter Perspektive neue, innovative Wirtschaftsverhältnisse. Eine innovative Wirtschaft zu realisieren, die nicht am Althergebrachten festhält, sondern Neues wagt und das Risiko dabei zu scheitern in Kauf nimmt, das war auch die die gemeinhin eher unbekannte Vision des Ökonomen John Maynard Keynes, als er den Gedanken eines starken Unternehmungsgeistes in einer Volkswirtschaft niederschrieb. So ein Unternehmungsgeist wendet sich gegen Konservativismus und nutzt die Stärken der Einzelnen einer Volkswirtschaft zugehörigen Mitglieder.

In welcher Gestalt die Stärken eines Menschen in Erscheinung treten können, dazu hat der Sozialpsychologe und Psychoanalytiker Erich Fromm viel geforscht und in seinen Arbeiten festgehalten. Der Mensch strebt für sich nach einem gelingenden Leben, in dem er seine in ihm liegenden Kräfte und Stärken realisieren kann. Eine gute Arbeit gibt dem Menschen die Möglichkeit, seine in ihm liegenden Kräfte zu realisieren, ohne ihn auszubeuten. Der Unternehmungsgeist einer Volkswirtschaft hängt davon ab, möglichst vielen Menschen gute Arbeit anzubieten.

Die „produktive Orientierung“ (Fromm) wiederzubeleben, ist auch wieder heute notwendig, da die Angst vor Wandel die Lust an Kreativität zu dominieren scheint. Gerade in Zeiten der Digitalisierung und des Klimawandels ändert sich der Sozialcharakter einer Gesellschaft, so hätte es Erich Fromm ausgedrückt. In solchen Zeiten gilt es, die Verhältnisse produktiv zu gestalten und nicht sich von den Verhältnissen unterwerfen zu lassen.
Mit Joseph A. Schumpeter, John M. Keynes und Erich Fromm lassen sich wirtschaftspsychologische Perspektiven formulieren, wie man produktiv den Wandel und die Zukunft gestalten kann. Ein neues Zeitalter des gesellschaftlichen Fortschritts ist möglich.

Weitere Artikel dieser Ausgabe

© B&E

Regionen

Bremen – Einige Thesen zur sozio-ökonomischen Entwicklung

BEITRAG VON Mirko Kruse und Jan Wedemeier

Das Bundesland Bremen kommt aus einer finanziell schwierigen Phase. Das Jahr 2019 markiert einen Wechselpunkt.
MEHR

© B&E

Klimapolitik

CO2-Bepreisung – Reformation oder Revolution?

BEITRAG VON Malte Jahn

Die Klimapolitik in Deutschland wird derzeit so grundlegend hinterfragt wie vermutlich seit dem ersten Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vor 20 Jahren nicht mehr.
MEHR

©metamorworks - stock.adobe.com

Intelligente Spezialisierung

Neues Plattform-Projekt „BSR S3 Ecosystem“

Die Bedeutung Regionaler Innovationsstrategien zur intelligenten Spezialisierung (RIS3) wird auf europäischer Ebene weiter zunehmen. „BSR S3 Ecosystem“ soll unterschiedliche Projekte zu RIS3-Strategien bündeln.
MEHR

Autoren

Dr. Sünje Lorenzen
Prof. Dr. Henning Vöpel

HWWI Policy Paper 118

Schumpeter 4.0. – Unternehmungsgeist und wirtschaftlicher Fortschritt im digitalen Zeitalter