© BIO-PLASTIC EUROPE

UMWELT

Forschen nach Alternativen zum konventionellen Plastik: Projekt BIO-PLASTIC EUROPE gestartet

BEITRAG VON Claudia Wellenreuther und André Wolf

Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) ist Partner im neuen Projekt „BIO-PLASTIC EUROPE“, das am 1. Oktober 2019 startete.

Heutzutage ist Plastik aus dem alltäglichen Leben kaum noch wegzudenken, da eine große Anzahl der Alltagsprodukte aus Plastik hergestellt wird. Den nützlichen Eigenschaften von Plastik stehen allerdings die Gefahren, die sich durch das unkontrollierte Wegwerfen des Plastikmülls ergeben, gegenüber. Jährlich werden rund acht Millionen Tonnen Plastikmüll in die Weltmeere gespült. Plastikabfälle bedrohen den Lebensraum vieler Arten und stellen aufgrund ihrer giftigen Inhaltsstoffe ein erhebliches Risiko für die Gesundheit von Menschen und Tieren dar.

Das im Rahmen des Horizon 2020-Programms geförderte EU-Projekt BIO-PLASTIC EUROPE möchte vor diesem Hintergrund einen Beitrag leisten. Über einen Zeitraum von 4 Jahren wird das HWWI mit 21 Projektpartnern aus insgesamt 13 Ländern intensiv zusammenarbeiten. Ziel des interdisziplinären Konsortiums unter der Leitung der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) ist es, neue umweltverträgliche Verfahren zur Herstellung von Plastik aus biologischen Quellen zu entwickeln, in ihren Auswirkungen zu erproben und schließlich in innovative Geschäftsmodelle zu übertragen. Als Vorteile gegenüber konventionellem Plastik aus fossilen Quellen sollen die im Projekt entwickelten neuartigen Polymere nicht nur zu einer Einsparung von Treibhausgasemissionen in der Herstellung beitragen, sondern auch eine biologische Abbaubarkeit des Endprodukts sicherstellen. Neben dem technologischen Reifegrad sind allerdings noch weitere Kriterien wesentlich für die Marktgängigkeit. So müssen neben den Auswirkungen auf CO2-Emissionen auch mögliche andere Umwelteffekte der Technologie untersucht werden und hierfür neben den industriellen Herstellungsprozessen auch der Anbau des Ausgangsmaterials und die Frage der Verwertung nach Nutzungsende in den Blick genommen werden. Auch die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der neuen Verfahren bedarf einer umfassenden ökonomischen Analyse.

Den Forschern des HWWI obliegt im Projekt die Verantwortung für ein Arbeitspaket, das sich mit der ökologischen und ökonomischen Bewertung der im Projekt entwickelten Verfahren und Wertschöpfungsketten beschäftigt. Dabei wird der gesamte Lebenszyklus der Produkte in die Analyse einbezogen. Angefangen von der Kultivierung der Ausgangsstoffe, der Herstellung und des Transports der Plastikrohware, der Produktion des Endprodukts bis hin zu den Verwertungsoptionen nach Nutzungsende werden eine Vielzahl an Umweltwirkungen erfasst, kategorisiert und zusammenfassend bewertet. Dabei erfolgt eine Gegenüberstellung mit der gegenwärtigen Situation bei konventionellem Plastik, um die Konsequenzen für die Nachhaltigkeitsziele herauszuarbeiten. Die ökonomische Perspektive wird durch eine detaillierte Erfassung der zu erwartenden Kosten berücksichtigt. Ergänzt durch eine Betrachtung der zukünftigen Preisentwicklung und Absatzpotenziale schafft dies die Grundlage für eine umfassende Kosten-Nutzen-Analyse der entwickelten Geschäftsmodelle, sowohl aus betriebswirtschaftlicher als auch aus gesamtgesellschaftlicher Sicht. Damit kann das Projekt einen wertvollen Beitrag bei der Bewältigung der Plastikproblematik und den damit verbundenen Umweltschäden leisten.

Weitere Artikel dieser Ausgabe

© B&E

Umwelt

EU-Projekt REPLACE gestartet

BEITRAG VON Mirko Kruse und Isabel Sünner

REPLACE hat zum Ziel, den Übergang in eine Kreislaufwirtschaft und eine nachhaltige Entwicklung in den beteiligten Regionen zu fördern.
MEHR

© B&E

Energie

„Grüner“ Wasserstoff als Baustein der Energiewende

BEITRAG VON André Wolf

Das Thema nachhaltige Wasserstoffnutzung hat im Kontext der Energiewende unlängst eine starke Renaissance erfahren.
MEHR

© B&E

Rohstoffe

Leichter Preisrückgang am Rohölmarkt

BEITRAG VON Claudia Wellenreuther

Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist im Oktober durchschnittlich um 1,8 % (in Euro -2,2 %) im Vergleich zum Vormonat gesunken.
MEHR

Autoren

Claudia Wellenreuther
Dr. André Wolf