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Ostseeraum

GoSmart Baltic Sea Region – Strengthening smart specialisation by fostering transnational cooperation

HWWI beteiligt sich seit Oktober 2017 am EU-Projekt „GoSmart Baltic Sea Region“

Das HWWI beteiligt sich seit Oktober 2017 am EU-Projekt „GoSmart Baltic Sea Region – Strengthening smart specialisation by fostering transnational cooperation“ (GoSmart BSR). Bis Herbst 2020 beschäftigen sich Partner aus Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Lettland, Litauen und Polen gemeinsam mit regionalen Forschungs- und Innovationsstrategien für intelligente Spezialisierung (RIS3) im Ostseeraum. Das Projekt unter der Federführung der Technischen Universität Bialystok (Polen) wird aus dem INTERREG VB-Baltic Sea Region-Programm kofinanziert und hat ein Gesamtvolumen von 1,76 Millionen Euro.

Bereits vorhandene Stärken auszubauen, die regionale Innovationsbasis zu stärken und Zukunftsbranchen gezielt weiterzuentwickeln, zählt zu den zentralen Zielen der RIS3-Strategien auf europäischer Ebene. Um im Sinne der Kohäsionspolitik der EU regionale Disparitäten zu verringern, müssen die Regionen dabei strategisch verstärkt zusammenarbeiten. Denn nur wenn neben der Berücksichtigung endogener Potenziale auch eine sinnvolle interregionale Arbeitsteilung erreicht wird, kann auf längere Sicht die Wettbewerbsfähigkeit der EU im globalen Kontext gestärkt werden. Das GoSmart BSR-Projekt möchte in dieser Hinsicht für den Ostseeraum mit gutem Beispiel vorangehen.

Unter dem Dach von GoSmart BSR arbeiten Regionen zusammen, die über einen sehr unterschiedlichen Entwicklungsstand hinsichtlich ihrer RIS3 verfügen. Neben solchen, die – wie Hamburg – bereits über langjährige Erfahrung bei der Implementierung der Strategien sowie über ausgeprägte Spezialisierungen verfügen, gehören auch peripher-ländliche Regionen zur Projektgruppe, die noch am Anfang dieser Entwicklung stehen. Im Rahmen des Projektes sollen zum einen weniger erfahrene von erfahreneren Regionen lernen. Zum anderen sollen auch die „fortgeschrittenen“ im Zuge einer Selbstreflektion Verbesserungspotenziale bei der Umsetzung ihrer RIS3 erkennen und diese gezielt adressieren. Die Implementierung der RIS3 in Europa unterliegt aktuell vielfältigen Herausforderungen, die nur in einem gemeinsamen Aufschlag der Beteiligten bewältigt werden können (so etwa dem Wettbewerb um Talente, der zunehmenden Mobilität und der internationalen Vernetzung).

Ausgangspunkte für die Entwicklung einer RIS3 bilden stets die Analyse der spezifischen Voraussetzungen einer Region sowie die Identifizierung aussichtsreicher Felder für die intelligente Spezialisierung. Entwicklung und Umsetzung der Strategie sollten im Rahmen eines breit angelegten Beteiligungsprozesses der am regionalen Innovationsgeschehen mitwirkenden Akteure erfolgen (Öffentliche Hand, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, etc.). Ziel ist es, die regionale Innovationsbasis umfassend und nachhaltig zu stärken. Auch kann die notwendige interregionale Abstimmung auf transnationaler Ebene nur dann gelingen, wenn die verantwortlichen Akteure auf regionaler Ebene an einem Strang ziehen.

Im Rahmen von GoSmart BSR werden die RIS3 aller Partnerregionen auf Stärken und Schwächen untersucht, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Frage gelegt wird, inwieweit es gelingt, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erfolgreich in die Strategien einzubinden. Angesichts zunehmenden internationalen Wettbewerbsdrucks wird die Bedeutung der Innovationsfähigkeit der KMU für den Erfolg einzelner Regionen immer größer.

Die Projektpartner von GoSmart BSR entwickeln gemeinschaftlich Handlungsansätze, um die Teilhabe von KMU am Innovationsprozess zu erleichtern und deren internationale Vernetzung zu verbessern. Diese werden im Rahmen des Projektes anhand von Pilotmaßnahmen praktisch getestet, so etwa in den Bereichen Internationalisierung und Technologietransfer. Eine zentrale Rolle spielen in diesem Zusammenhang kapazitätsbildende Maßnahmen für die am regionalen Innovationsgeschehen beteiligten Akteure. Dabei setzt GoSmart BSR sowohl bei den kleinen und mittleren Unternehmen selbst als auch bei Intermediären wie Technologietransferstellen und Wirtschaftsförderern an. So kann etwa eine stärkere Abstimmung der Forschung und Entwicklung auf konkrete Bedarfe der Wirtschaft dazu beitragen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der KMU und zugleich die regionale Innovationsbasis beziehungsweise vorhandene Cluster zu stärken.

Übertragbare Lösungen zu entwickeln, die auch außerhalb einer Region angewendet werden können, ist eine Zielsetzung der regionalen Forschungs- und Innovationsstrategien für intelligente Spezialisierung in Europa. Das Projekt GoSmart adressiert damit zugleich den programmatischen Kern der EU-Regionalpolitik.

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Ostseeraum

Baltic Game Industry

BEITRAG VON Isabel Sünner und Mirko Kruse

Dieses EU-Projekt zielt darauf ab, die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Computer- und Videospielbranche im Ostseeraum zu stärken. Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) arbeitet mit 22 Partnern aus acht Ostseeanrainerstaaten interdisziplinär zusammen.
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Konjunktur

Drohende Überhitzung in 2018

Aktuelle HWWI-Konjunkturprognose

BEITRAG VON Jörg Hinze und Henning Vöpel

Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) hat seine Prognose der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland für das Jahr 2018 angehoben und um das Jahr 2019 erweitert. Das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts dürfte sich in den kommenden beiden Jahren fortsetzen.
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Rohstoffe

Der HWWI-Rohstoffpreisindex und die aktuelle Entwicklung  der Rohstoffpreise

BEITRAG VON Katrin Knauf

Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) stellt mit dem HWWI-Rohstoffpreisindex ein Kennzahlengerüst zur Messung der Preisentwicklung von 31 wichtigsten international gehandelten Rohstoffen, wie Öl, Gas, Eisen oder Kaffee, bereit.
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Autorin

Isabel Sünner

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Neues Projekt

Großes internationales Forschungsprojekt zum Thema „Smart and Sustainable Cities“ bewilligt.

Gemeinsam mit 32 Partnern aus verschiedenen europäischen Ländern und Übersee wird das HWWI ab Frühjahr 2018 am Horizon2020-Forschungsprojekt „CLEVER Cities“ arbeiten. Das Projekt unter der Federführung der Freien und Hansestadt Hamburg hat eine Laufzeit von fünf Jahren.

Im Rahmen des Projektes werden Lösungsansätze zur nachhaltigen und integrativen Stadterneuerung entwickelt, die ökologische, ökonomische und soziale Verbesserungen sinnvoll miteinander verknüpfen sollen. Ausgehend von starken Partnerclustern in Hamburg, London und Mailand werden die Ansätze zunächst in diesen drei „Frontrunner Cities“ anhand konkreter Maßnahmen getestet, um dann im Erfolgsfall auf weitere Standorte weltweit übertragen zu werden.