Strategie 2030 – Vermögen und Leben in der nächsten Generation

Die Zukunft des Geldes – Das Geld der Zukunft

PARTNERPUBLIKATION mit der Privatbank Berenberg

Blockchain, Bitcoin, Fintechs – der digitale Wandel rüttelt zuweilen an den Grundfesten der Finanzbranche. Aufgrund der Vielzahl neuer Bezahlmöglichkeiten ist sogar das Symbol des Finanzsektors, nämlich das Bargeld, in seinem Bestand gefährdet. Die Diskussion über eine Welt ohne Bargeld hat längst begonnen. Die aktuelle Berenberg/HWWI-Studie "Strategie 2030 – Die Zukunft des Geldes – das Geld der Zukunft" greift diese aktuellen Diskussionen auf. Die Studie beschäftigt sich mit Bargeld, Digitalwährungen sowie Fintechs und skizziert die volkswirtschaftlichen und regulatorischen Herausforderungen.

Dabei spielen die technischen Innovationen nicht die einzige Rolle – in den vergangenen Jahren ließen vor allem geldpolitische Gründe das Bargeld in schlechtem Licht erscheinen: Die Geldpolitik sei mit negativen Zinsen noch wirkungsvoller, wenn die Wirtschaftsakteure dem Negativzins nicht durch die Flucht ins Bargeld ausweichen könnten. Damit könnte die Konjunktur besser stimuliert werden. Trotz aller Kritik und trotz aller technischen Alternativen steht das Bargeld noch nicht vor dem Aus. Die hohe Popularität zeigt, dass sich Bargeld im Wettbewerb der unterschiedlichen Bezahlsysteme – zumindest in Deutschland – bisher durchgesetzt hat.

Digitale Bezahlsysteme verändern das Zahlungsverhalten

Das Zahlungsverhalten im In- und Ausland wird sich dennoch weiter verändern. Der digitale Fortschritt macht den Bezahlvorgang in vielen Bereichen schneller und einfacher. Vier Innovationen spielen eine besondere Rolle: (1) Kontaktloses Bezahlen, (2) Mobiles Bezahlen, (3) Peer to Peer(P2P)-Zahlungen (Transaktionen zwischen Gleichgestellten) und (4) Instant-Payment (Bezahlen in Echtzeit). Alle vier sind digitale Alternativen zum Bargeld und setzen an der bestehenden Infrastruktur von Geschäfts- und Zentralbanken sowie den Anbietern von Kreditkarten an. Sicherheit, Transparenz, niedrige Kosten und die einfache Handhabung sind für die Akzeptanz beim Verbraucher besonders wichtig. Deutschland bildet beim kontaktlosen und mobilen Bezahlen im internationalen Vergleich das Schlusslicht. Auch die Verwendung von mobilen Zahlungs-Apps steckt hierzulande noch in den Kinderschuhen. Vor allem Sicherheitsbedenken bremsen eine breite Akzeptanz beim Verbraucher.

Virtuelle Währungen auf dem Vormarsch

Für besondere Schlagzeilen sorgen derzeit innovative Bezahlsysteme, die sich abseits der bestehenden Geld- und Währungsstrukturen entwickeln: Digital- bzw. Kryptowährungen. Prominentester Vertreter ist der Bitcoin mit einem Marktanteil von rund 80 Prozent. Das neue Geld wird nicht zentral von einer Zentral-bank, sondern dezentral von einem Netzwerk geschaffen. Allerdings spielen Digitalwährungen in Deutschland gegenwärtig noch keine Rolle. Die mediale Aufmerksamkeit bekommt der Bitcoin wegen seiner beeindruckenden Wertentwicklung. Die Autoren halten die rasanten Preisanstiege für spekulativ übertrieben, auch wenn es vorerst prinzipiell keine prognostizierbare Grenze nach oben gibt. Zudem gibt es einige systemimmanente Probleme, die sich nicht ohne Weiteres beseitigen lassen.

Die heutige Bedeutung des Bitcoin als Zahlungsmittel ist noch sehr eingeschränkt, da er im Handel kaum akzeptiert wird. Auch als Wertaufbewahrungsmittel und Recheneinheit eignen sich Digitalwährungen nicht, da sie noch erheblichen Preisschwankungen unterliegen und nicht wirklich als wertstabil zu bezeichnen sind. Bis auf weiteres halten die Autoren der Studie die Digitalwährungen wie der Bitcoin eher als Wette denn als Geldanlage einzustufen. Die immensen Kursschwankungen sowie die hohen Hürden, sich als Zahlungsmittel zu etablieren, sprechen vorerst gegen Bitcoin und andere Digitalwährungen. Die zukünftige Entwicklung des Bitcoin wird wesentlich von seiner Akzeptanz sowie den Transaktionskosten und -risiken abhängen.

Blockchain beweist vielseitige Anwendungsmöglichkeiten

Die Blockchain, also die den Kryptowährungen zugrundliegende technologische Innovation, beweist vielseitige Anwendungsmöglichkeiten und wird sich unabhängig vom Geld- und Währungssystem in unserer heutigen Wirtschaftsordnung wahrscheinlich etablieren können. Die Blockchain hat hohes Kostensenkungspotenzial. Informations- und Leistungsabflüsse werden in Zukunft dezentral abgewickelt. Das, was bisher der Mensch erledigte, wird in Sekunden von Rechnern abgearbeitet, fehlerfrei und lückenlos nachweisbar. Kostenintensive Bezahlsysteme wie Banküberweisungen und Kreditkartenzahlungen werden unter Druck geraten.

Fintechs modernisieren die Finanzwirtschaft

Mithilfe neuer Technologien bieten Fintechs innovative Finanzdienstleistungen an und sind darauf ausgerichtet, vor allem standardisierte Prozesse und Abläufe bei Bankgeschäften einfacher und schneller zu machen. Im Zahlungsverkehr wurde 2015 ein Transaktionsvolumen von 17 Milliarden Euro verzeichnet. Fintechs können die Effizienz des Finanzsystems erhöhen, indem sie die Kosten von Finanztransaktionen senken und die Vielzahl digitaler Informationen umfassend auswerten. Mehr als 400 Fintech-Unternehmen soll es derzeit in Deutschland geben. Mit ihren Innovationen fordern sie die Banken nicht nur heraus, sondern arbeiten auch mit ihnen zusammen. Etwa 70 Kooperationen soll es bereits zwischen großen deutschen Banken und Fintech-Unternehmen geben.

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HWWI-Autoren der Studie

Hendrik Hüning
Prof. Dr. Henning Vöpel
Dr. André Wolf

Partnerpublikation

Die Zukunft des Geldes – Das Geld der Zukunft

Strategie 2030

Die Reihe "Strategie 2030 – Vermögen und Leben in der nächsten Generation" analysiert langfristig orientierte volkswirtschaftliche Fragestellungen. Die bislang erschienenen Studien finden Sie HIER.