Hafenwirtschaft

Neues EU-Projekt zur Stärkung von Green-Port-Initiativen in Regionalhäfen: "DUAL Ports"

HWWI begleitet das Projekt wissenschaftlich und erstellt eine Strategie zur nachhaltigen Hafenentwicklung

Green-Port-Initiativen werden aktuell überwiegend von großen Häfen umgesetzt. Kleinere regionale Häfen haben meist nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung, um vergleichbare Initiativen zu entwickeln und müssen daher besonders kreativ sein, um sich verschärfenden Umweltstandards zu genügen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Das Projekt „DUAL Ports – Developing Low Carbon Utilities, Abilities and Potential of regional entrepreneurial Ports“ setzt an diesem Engpassfaktor an. Es hat zum Ziel, mithilfe eines gemeinschaftlichen Innovations-Programms den ökologischen Fußabdruck regionaler Hafenstandorte zu verbessern und zugleich neue Geschäftsfelder für die regionale Wirtschaft zu eröffnen. Die beteiligten Partner aus Belgien, Dänemark, Deutschland, den Niederlanden und Schottland arbeiten bis 2019 grenzüberschreitend an Maßnahmen und Strategien für eine nachhaltige Hafenwirtschaft. Partner in DUAL Ports sind unter anderem die Häfen von Oostende (federführender Partner), Skagen, Vordingborg, Zwolle sowie Niedersachsen Ports. Das Projekt wird wissenschaftlich durch das HWWI begleitet.

Finanziert wird DUAL Ports durch das europäische INTERREG B-Nordseeregion-Programm. Die europäische territoriale Zusammenarbeit (INTERREG B) ist Teil der Strukturpolitik der Europäischen Union und wird über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert. Gemeinsame Themen dieser Zusammenarbeit sind die interregionale Stärkung der Innovationsfähigkeit, der Erreichbarkeit und des Umweltschutzes. Im Rahmen von DUAL Ports werden Pilotmaßnahmen zur nachhaltigen Hafenentwicklung gefördert. Dazu gehören beispielweise die Einführung eines Energiemanagementsystems, Konzepte zur Nutzung kontaminierter Böden oder die Förderung erneuerbarer Energien in den Häfen. Auch die umweltverträgliche Beleuchtung eines Gleisfeldes am Hafenstandort Emden soll umgesetzt werden. Die beteiligten Häfen erhoffen sich durch die transnationale Zusammenarbeit einen Wissensaustausch, der neue Impulse für bereits bestehende Nachhaltigkeitskonzepte gibt.

Das HWWI wird im Projekt unter anderem Nutzen-Kosten-Analysen erstellen, um die unmittelbaren Wirkungen der Investitionen in die Hafeninfrastruktur zu erfassen und den monetären Effekt von fallenden CO2-Belastungen (in CO2-Equivalenten) zu bestimmen. Somit soll demonstriert werden, ob und inwieweit Investitionen in nachhaltige Hafeninfrastruktur zu Effizienzsteigerungen im Betrieb führen können und welche der Pilotprojekte auf andere Standorte übertragbar sind. Neben betriebswirtschaftlichen werden auch soziale Kosten erfasst, die nicht in die Kostenrechnung der Unternehmung eingehen, sondern von der Gesellschaft getragen werden müssen (zum Beispiel Umweltkosten). Abschließend erstellt das HWWI einen Aktionsplan „CO2-effiziente Regionalhäfen“. Dieser wird die Ergebnisse des Projekts in konkrete Politikempfehlungen überführen, um Impulse zur nachhaltigen Hafenentwicklung und zur Stärkung der maritimen Innovationsbasis zu geben.

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Autoren

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Dr. Jan Wedemeier

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