© HWWI

Dialogue of Continents

HWWI richtet hochkarätige Konferenz in Paris aus

BEITRAG VON Susanne Müller-Using und Henning Vöpel

Unter dem Titel "Dialogue of Continents – Drifts or Connectivity"  hat das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) vom 03. bis 05 September 2018 gemeinsam mit dem Think Tank The Reinventing Bretton Woods Committee (RBWC) eine hochkarätige internationale Wirtschaftskonferenz mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik in Paris ausgerichtet. Mit dabei waren mehr als 70 Speaker aus über 20 Ländern, um vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Verwerfungen, weltwirtschaftlichen Entwicklungen und technologischen Umbrüche die drängendsten Fragen der Globalisierung zu diskutieren.

Am ersten Tag debattierten unter anderem Harold James (Princeton University), Yves Mersch (Europäische Zentralbank) und Michael Heise (Chefökonom der Allianz) über Multilateralismus, drohende Handelskriege und eine europäische Strategie. Am zweiten Tag ging es um übergreifende globale Fragen, deren ökonomische Hintergründe und mögliche politische Optionen. In einem sehr hochkarätigen Panel über die Frage nach einem stärker integrativen und inklusiven Wachstum legte Romani Prodi (ehemaliger Präsident der Europäischen Kommission und ehemaliger italienischer Ministerpräsident) den Fokus auf Afrika, das auch für Europa wichtig sei: "Wenn wir ein integratives Wachstum wollen, müssen Europa und Asien gemeinsame Anstrengungen in Afrika unternehmen". Der ehemalige polnische Präsident Aleksander Kwasniewski ergänzte: "Integratives Wachstum ist die einzige Möglichkeit, um populistische Bewegungen in hochentwickelten Ländern zu eliminieren".

Weitere wichtige Aspekte an diesem Tag diskutierten unter anderem Rolf Wenzel (Direktor Council of European Development Bank), Joaquim Levy (Managing Director World Bank Group) und Ian Goldin (University of Oxford). Der letzte Tag beschäftigte sich vor allem mit den Risiken einer neuen Finanzkrise sowie den neuen Herausforderungen für die Zentralbanken und den technologischen Umbrüchen wie Künstliche Intelligenz und Blockchain, die neben vielen anderen Hochkaräter wie Nouriel Roubini (New York University), Aleksi Grym (Head of Digitalization, Bank of Finland) und Jean-Pierre Landau (Sciences Po Paris) diskutierten.

Aus Hamburg waren eigens Iris Scheel (Mitglied des Managements Boards der Hamburg Port Authority) und Dirck Süß (Geschäftsführer und Leiter Geschäftsbereich Wirtschaftspolitik der Handelskammer Hamburg) angereist, um ihre Expertise in die Diskussion um die Bedeutung der Belt-and-Road-Initiative Chinas und die Ausgestaltung des wachsenden Seeverkehrshandels zwischen Europa und China einzubringen.

Am Abend des zweiten Tages hatte die französische Nationalbank Banque de France alle Konferenzteilnehmer zum Dinner geladen. Notenbank-Präsident François Villeroy de Galhau hielt eine eindrückliche Rede, in der er auf die aktuellen Herausforderungen eines sich verändernden Europas und der US-amerikanischen Politik für die Europäische Zentralbank einging. Auch auf Fragen der einzelnen Teilnehmer, wie beispielsweise zu Auswirkungen von Kryptowährungen auf die Zukunft des Geldes, ging er detailliert ein. Abschließend bedankte sich François Villeroy de Galhau bei den beiden Institutionen RBWC und HWWI, denn diese hochkarätige internationale Konferenz würde nicht nur zu einem Dialog und besseren Verständnis der aktuellen Entwicklungen führen, vielmehr leiste sie auch durch die Wahl des Konferenzortes einen wichtigen Beitrag zur Vertiefung der deutsch-französischen Freundschaft.

Weitere Artikel dieser Ausgabe

© B&E

Weltwirtschaft

"Machtlosigkeit ist wahrscheinlich das größte politische Problem unserer Zeit."

Exklusives Gespräch mit Professor Harold James

Das Gespräch fand im Rahmen der internationalen Wirtschaftskonferenz "The Dialogue of Continents: Drifts or Connectivity?" im September 2018 statt.

Mehr

© B&E

Konjunktur

Deutscher Aufschwung weiterhin intakt

Aktuelle HWWI-Konjunkturprognose

BEITRAG VON Jörg Hinze und Henning Vöpel

Das HWWI hat seine Vorausschätzung für das Wirtschaftswachstum für das Gesamtjahr 2018 revidiert, von 2,1 auf 1,9 Prozent; für 2019 wurde die Prognose von 1,6 Prozent beibehalten.
MEHR

© B&E

Rohstoffe

Rohstoffpreisentwicklung im ersten Halbjahr 2018

BEITRAG VON Katrin Knauf

Im ersten Halbjahr 2018 wurde der anhaltend steigende Preistrend durchbrochen. Der HWWI-Rohstoffpreisindex fiel im Februar und im Mai erreichte einen vorläufigen Jahreshöchststand.
MEHR

Autoren

Susanne Müller-Using
Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut (HWWI)
Prof. Dr. Henning Vöpel