Rohstoffe

Im Herbst fallen die Rohstoffpreise

BEITRAG VON Katrin Knauf

Am Rohölmarkt sind seit Mitte Oktober erheblich sinkende Preise zu beobachten. Ende November fiel der Preis für ein Barrel Rohöl auf durchschnittlich 60 US-Dollar. Dagegen wurden noch Anfang Oktober Preise von über 80 US-Dollar pro Barrel gezahlt. Damit sanken die Preise innerhalb von wenigen Wochen um 25 Prozent.

Preise von 60 US-Dollar pro Barrel wurden zuletzt im Januar dieses Jahres beobachtet. Im Jahresverlauf prägte ein vorwiegend steigender Trend die Preisentwicklung auf dem Rohölmarkt. Im Frühjahr dominierte die Unsicherheit über mögliche Förderausfälle aufgrund der US-amerikanischen Sanktionen im Iran und in Venezuela. Die Befürchtungen über ein zu geringes Angebot an Rohöl auf dem Weltmarkt ließ deshalb die Rohölpreise lange Zeit kräftig stiegen.

Zum Ende des Jahres scheint dieser steigende Preistrend durchbrochen. Seit dem dritten Quartal dieses Jahres war es wichtigen erdölproduzierenden Ländern, allen voran Saudi-Arabien und Russland, gelungen, durch den Ausbau ihrer Förderkapazitäten die Produktionsleistung zu steigern und die von der OPEC anvisierte Gesamtfördermenge zu gewährleisten. Weiterhin verstärkten die USA durch Aufbau von Rohöllagerbeständen das global verfügbare Angebot. Zusätzlich wurde das weltweite Rohölangebot durch Ausnahmen, welche die US-amerikanische Regierung einigen Ländern hinsichtlich der Sanktionen gegenüber dem Iran gewährte, erhöht. Unter anderem darf China, trotz Inkrafttreten der US-amerikanischen Sanktionen, weiterhin iranisches Rohöl importieren.

Auf der Nachfrageseite belastet die protektionistische Handelspolitik der USA zunehmend die Weltwirtschaft. Der Handelsstreit zwischen China und den USA lässt die Wachstumsprognosen beider Volkswirtschaften sinken. Die Rohstoffnachfrage, vor allem nach Rohöl, fällt. Die Preise anderer Rohstoffe tendierten in den vergangen Monaten eher uneinheitlich. Im November notierte der HWWI-Rohstoffpreisindex ohne Energierohstoffe mit 106,9 Punkten 3,2 Prozent unter dem Niveau vom Oktober des vergangen Jahres.

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Autorin

Katrin Knauf

HWWI-Rohstoffpreisindex ohne Energie

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Aktuelle Meldungen zu den Preisentwicklungen an den Rohstoffmärkten finden Sie auf der Website des HWWI-Rohstoffpreisindexes.
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