HWWI/Berenberg Städteranking 2017

München wieder auf Rang 1, gefolgt von Leipzig, Frankfurt, Dresden und Berlin

PARTNERPUBLIKATION mit der Privatbank Berenberg

Bereits zum fünften Mal hat das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) im Auftrag der Privatbank Berenberg die 30 größten Städte Deutschlands auf ihre Zukunftsfähigkeit hin untersucht. Analysiert wurden die Städte hinsichtlich ihrer gegenwärtigen ökonomischen Leistungsfähigkeit (Trendindex), ihrer zu erwartenden demografischen Entwicklungen (Demografieindex) sowie wesentlicher Standortfaktoren (Standortindex).

Kernergebnisse

München steht nach 2015 wieder an der Spitze der 30 betrachteten Städte. Sowohl bei der aktuellen ökonomischen Leistungsfähigkeit als auch bei den Standortfaktoren erreicht die Bayernmetropole einen zweiten Platz. Auch die Prognosen zur demografischen Entwicklung gestalten sich sehr positiv.
Mit 31,4 Prozent ist der Anteil der Arbeitnehmer mit Fach- und Hochschulabschluss so hoch wie in keiner anderen Stadt. Fast jeder zweite Beschäftigte (48,5 Prozent) arbeitet in einem wissensintensiven Wirtschaftszweig. Der Anteil ausländischer Beschäftigter ist mit 18,4 Prozent der höchste im Vergleich. Lediglich bei den Schulabgängern mit Hochschulreife sowie bei der durchschnittlichen Erreichbarkeit offenbart München Schwächen. Bis zum Jahr 2030 wird für die Stadt an der Isar der höchste prozentuale Zuwachs bei der Bevölkerungszahl (+16 Prozent) und der höchste absolute Zuwachs bei den Erwerbspersonen (+31.500) erwartet. Dabei entwickelt sich vor allem die Bevölkerung der unter 20-Jährigen überdurchschnittlich.

Mit Leipzig ist erstmals eine Stadt aus den neuen Bundesländern auf Platz 2 des Rankings zu finden. Damit hat die größte Stadt Sachsens seit 2008 stark zugelegt. So zeigt Leipzig bei der aktuellen ökonomischen Leistungsfähigkeit die höchste Dynamik unter allen untersuchten Städten. Die nun zehntgrößte Stadt Deutschlands konnte seit 2011 das höchste Bevölkerungs- und Erwerbstätigenwachstum aller 30 Städte verbuchen. Zudem war das Produktivitätswachstum das dritthöchste im Vergleich (2011 bis 2014). Auch bei der künftigen Bevölkerungsentwicklung, vor allem bei den unter 20-Jährigen, ist Leipzig ganz vorne mit dabei. Die zunehmende Dynamik im Trend- und Demografieindex ist in Leipzig im Vergleich so hoch, dass das schlechte Abschneiden im Standortindex (Rang 27) seit Jahren überkompensiert wird.

Frankfurt am Main kann im Vergleich zum Ranking 2015 einen Rang gutmachen und befindet sich nun auf Platz 3. Aufgrund ihrer sehr positiven Standortausprägungen in den Bereichen Internationalität, Erreichbarkeit sowie Bildung und Innovation führt die Mainmetropole unverändert den Standortindex an.

Dresden macht einen großen Schritt nach vorne und nimmt nun Rang 4 ein (Rang 10 in 2015). Die sächsische Landeshauptstadt erzielte im Zeitraum 2011 bis 2015 nicht nur einen Bevölkerungszuwachs von 5 Prozent, auch bei der künftigen Entwicklung der unter 20-jährigen Bevölkerung wird das zweitstärkste Wachstum (+21 Prozent) nach Leipzig erwartet. Zudem weist Dresden die höchste Geburtenrate unter den 30 Städten auf. Bei den Standortfaktoren erreicht Dresden nur das untere Mittelfeld, steht damit aber deutlich besser da als der Nachbar Leipzig.

Berlin fällt nach dem zweiten Platz im Städteranking 2015 auf den fünften Rang zurück. Hintergrund ist die schwache Produktivitätsentwicklung, die unter dem Durchschnitt der 30 größten Städte lag. Dennoch ist Berlin eine der dynamischsten Städte Deutschlands, insbesondere was den absoluten Bevölkerungszuwachs angeht.

Gute Zukunftsperspektiven eröffnen sich auch für Köln, Wiesbaden, Hamburg, Stuttgart und Düsseldorf (Ränge 6 bis 10). Diese Städte bieten in allen Bereichen ausgeglichene Bedingungen und offenbaren keine wesentlichen Schwächen.

Die Städte Wuppertal, Mönchengladbach, Bochum, Duisburg, Chemnitz und Gelsenkirchen (Ränge 25 bis 30) liegen am unteren Ende des Rankings. Gegenüber 2015 zeigen sie keine wesentlichen Veränderungen in ihrer Positionierung.

Weitere Artikel dieser Ausgabe

© B&E

Konjunktur

Drohende Überhitzung in 2018

Aktuelle HWWI-Konjunkturprognose

BEITRAG VON Jörg Hinze und Henning Vöpel

Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) hat seine Prognose der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland für das Jahr 2018 angehoben und um das Jahr 2019 erweitert. Das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts dürfte sich in den kommenden beiden Jahren fortsetzen.
MEHR

© B&E

Rohstoffe

Der HWWI-Rohstoffpreisindex und die aktuelle Entwicklung  der Rohstoffpreise

BEITRAG VON Katrin Knauf

Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) stellt mit dem HWWI-Rohstoffpreisindex ein Kennzahlengerüst zur Messung der Preisentwicklung von 31 wichtigsten international gehandelten Rohstoffen, wie Öl, Gas, Eisen oder Kaffee, bereit.
MEHR

© B&E

Arbeitsmarkt

Geschlechtergleichstellung weltweit langsam

BEITRAG VON Christina Boll

Im September 2015 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen die „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ verabschiedet. Darin enthalten ist die Zielsetzung, die Gleichstellung von Männern und Frauen zu erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung zu befähigen.
MEHR

Autoren

Dörte Nitt-Drießelmann
Dr. Jan Wedemeier

Partnerpublikation

HWWI/Berenberg-Städteranking 2017